yoga anders energie

Lebensfreude, das Gefühl für Schönheit und Wohlbefinden, der Kontakt zu uns selbst und anderen ist abhängig davon, wie die Lebensenergie in uns zirkuliert und miteinander.

Die Kunst der Zukunft ist vielleicht kein Werk, sondern kreative Lebensweise in der brutaler werdenden Welt. Pablo Picasso 1933

y o g a bedeutet seit Jahrtausenden Sonnen- und Mondseite einbinden, leibhaftig Wachheit und Traum, ist zunehmend bewusst durchatmen, bewegt und still. Atem ist von allen Körper-Rhythmen unmittelbarer Mittler innerer Regungen. Als Königsweg ist Yoga energetisch durchdringende und zugleich hingebungsvolle Klärung aller Dimensionen des Seins: Körper, Gefühle, Vorstellungen und Gedanken, Intuition, Jenseits der Gedanken.
Als älteste körperbasierte spirituelle Tradition vermag es Selbstfindung und -Transzendenz, Unterscheidungsvermögen von Ich, Ego und Selbst, ebenso von „individueller und universeller Seele“. Jeher dient das der Überwindung von Leid und Dis-Stress. Bisweilen wurde es streng dogmatisch unterrichtet, manchmal autoritär. Ich habe es anders entdeckt.

a n d e r s  betont das Bereitsein für die Spur des Anderen, wie anziehend, bedrohlich oder unscheinbar auch immer. Es steht für individuelle und situative Stimmigkeit, entsprechend methodische Erweiterung und Vertiefung, so auch eingehende Beachtung körperpsychodynamischer Vorgänge, individueller Defizite, existenzieller und moralischer Konflikte.

Bereitsein ist alles. William Shakespeare

e n e r g i e ist das leibhaftig Spürbare des dynamischen Wechselwirken in Körper und Geist – auch Prana, Chi, Elan Vital, Orgon, Libido. Elektromagnetische Impulse werden transportiert und erzeugt. Das wirkt sich spürbar aus bis in subtile Bereiche – in der indischen und sufistischen Tradition: Chakren und Nadis; in der chinesischen Tradition: Meridiane.
In der griechischen Antike bezeichneten Philosophen mit „energeia“das Wirken und das Wirkende, Akt und Potenz. (Energie wurde nicht reduziert auf physikalisch messbare Werte zur fortgesetzten Leistungssteigerung im globalisierten Wettlauf.)

Was du wahrhaftig besitzen kannst, ist persönliche Kraft. Kraft bei einem andeen zu suchen ist eine Art Versklavung, wenn man es nicht nutzt, Kraft in sich selbst zu finden. Kraft ereignet sich. Carlos Castaneda

Zur Bezeichnung yoga anders energie entschloss ich mich nach Jahren begeisterter Praxis, nachdem einige Ärzte, Theologen und manche Psychoanalytikerinnen ihr Zögern gegen den Ausdruck Energie gezeigt hatten, als wäre ihnen schon der Begriff eine Art anstößiges Hexenwerk und diese Zeiten nicht glücklich vorüber. So wie sie dann teilweise neue Entdeckungen machten, lade ich auch Sie ein, sich selbst eine Erfahrung und Anschauung davon zu machen am eigenen Leib! So klärend und nützlich, es geht nur durch Selbsterfahrung, in spürbarer Resonanz.

Außerdem scheint nicht nur mir seit Jahrzehnten eine Energiewende überfällig, gewiss auch kulturell und ökonomisch. Offenbar muss sich Lust, Kreativität und Sensibilität dafür eher von innen ausprägen. Müssen wir nicht ohnehin entschieden alles kultivieren, was uns ausmacht, weil wir genetisch so mangelhaft ausstaffiert sind mit orientierunggebenden Instinkten, Sprachwesen, die wir sind?

Manche lassen sich vom Wind treiben, andere setzen ihre Segel oder sie werden selbst wie Windmühlen. Sprichwort

Wir erleben schließlich in diesen Jahrzehnten eine durchaus auch ungeheuerliche Revolution durch Elektronik, die längst systematisch unsere gesamte Lebenswelt verändert. Es faszinieren uns ihre medialen und technologischen Möglichkeiten und doch beginnen sie uns eigenartig zu beherrschen mit automatisierten Festsetzungen und unkontrollierbaren Wirkungen. (Weder können digitale Systeme politisch sinnvoll handeln, noch lässt sich das programmieren.)
Pädagogisch und therapeutisch vielseitig erfahren setze ich deswegen gerne das ewig Kostbare uralter Yogatradition in Bezug zu jenen Appellen von Josef Beuys: „Wenn Revolution Einbindung der Tradition meint, dann bin ich einverstanden. Wir sind die Revolution. … Die Verhältnisse ändern sich nur durch menschliche Kreativität.“

Ich ziehe in Betracht, das Elementare ganzheitlich-energetischer Traditionen als „Kulturtechnik“ anzusehen, wie Lesen, Schreiben, Rechnen – nicht ohne neurowissenschaftlich untermauerten Blick darauf und nicht ohne Gespür für biodynamisch psychologische Vorgänge des Lebendigen.

Prehn, 1967